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—͟͟͞͞★ Überholen

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Sicheres Überholen & Überholverbote

Das Überholen gehört zu den anspruchsvollsten und risikoreichsten Manövern auf der Straße. Im Gegensatz zum Vorbeifahren ziehst du hier an einem fließenden oder verkehrsbedingt wartenden Verkehrsteilnehmer vorbei. Da du dafür die Spur wechseln oder auf die Gegenfahrbahn ausweichen musst, gilt hier das oberste Gesetz: Im Zweifel nie!

Der 3-Phasen-Check vor dem Ausscheren

Bevor du überhaupt den Blinker setzt, musst du die Situation rational analysieren. Stelle dir vor jedem Überholvorgang drei Fragen:
  1. Ist es erlaubt und notwendig?
    Checke die Schilder und Fahrbahnmarkierungen. Bringt dir das Überholen (z. B. bei einem Traktor) einen echten Zeitgewinn oder erhöht es nur unnötig das Risiko?
  2. Ist die Strecke frei?
    Die Überholstrecke muss absolut einsehbar und lang genug sein. Du musst den gesamten Weg bis zum sicheren Wiedereinscheren komplett überblicken können, ohne den Gegenverkehr zu gefährden oder zum Abbremsen zu zwingen.
  3. Was machen die anderen?
    • Blick nach vorn: Will das Fahrzeug vor dir eventuell selbst gleich überholen oder nach links abbiegen?
    • Blick nach hinten: Scanne den Innen- und Außenspiegel. Hat bereits ein hinter dir fahrendes Fahrzeug zum Überholen angesetzt oder nähert sich mit Highspeed?

Der exakte Handlungsablauf im Fahr-Game

Wenn alle Ampeln im Kopf auf Grün stehen, ziehst du das Manöver mit einer festen Routine durch:
  1. Absichern & Ausscheren:
    Setze den Blinker links, mache den lebenswichtigen Schulterblick nach links und schere in einer flachen, gleichmäßigen Linie aus.
  2. Zügig beschleunigen (Die 20-km/h-Regel):
    Um den Vorgang so kurz wie möglich zu halten, musst du deutlich schneller fahren als das andere Fahrzeug. Das Gesetz schreibt eine wesentliche höhere Geschwindigkeit vor – als Richtwert gilt eine Differenz von mindestens 20 km/h.
    • Aber Achtung: Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit der Straße darfst du dabei niemals überschreiten!

  3. Seitenabstand einhalten:
    Halte beim Vorbeifahren maximalen seitlichen Abstand. Zu anderen Pkw und Lkw hältst du mindestens 1 Meter Abstand. Zu Radfahrern, Fußgängern und Motorrädern sind gesetzlich innerorts mindestens 1,5 Meter und außerorts mindestens 2 Meter Pflicht!
  4. Sicher Wiedereinscheren:
    Beobachte den Gegenverkehr permanent. Schere erst dann wieder nach rechts ein, wenn du das überholte Fahrzeug vollständig im Innenspiegel sehen kannst. Setze vor dem Rüberlenken den Blinker rechts und schließe das Manöver mit einem flachen Bogen ab. Passe dein Tempo danach wieder dem Verkehrsfluss an.

Wo gilt ein striktes Überholverbot?

Das Überholen ist in zahlreichen Situationen vom Gesetzgeber absolut verboten – auch ohne, dass dort ein rundes, rotes Überholverbots-Schild steht:
  • Fußgängerüberwege:
    An und bis zu 5 Meter vor Zebrastreifen darf grundsätzlich kein Fahrzeug (auch kein Fahrrad) überholt werden.
  • Unübersichtliche Stellen:
    Vor Kuppen, in engen Kurven oder bei dichtem Nebel und starkem Schneefall ist das Überholen tabu.
  • Unklare Verkehrslage:
    Wenn du nicht genau weißt, was der Vordermann vorhat oder ob die Strecke ausreicht, gilt ein automatisches Verbot.
  • Fahrbahnmarkierungen:
    Wenn eine durchgezogene Fahrstreifenbegrenzung (Mittellinie) oder eine schraffierte Sperrfläche aufgemalt ist, darfst du diese mit keinem Reifen überfahren.
  • Behinderung & Gefährdung:
    Sobald der Gegenverkehr oder der rückwärtige Verkehr durch dein Ausscheren auch nur minimal bremsen oder ausweichen muss, ist das Manöver illegal.
  • wo es Verkehrszeichen verbieten:
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Es verbietet , mehrspurige Kraftfahrzeuge zu überholen. Es verbietet , einspurige Kraftfahrzeuge zu überholen. Es verbietet , Kfz  mit mehr al 3,5 t zG (inkl. Anhänger) zu überholen.


Wann ist Rechtsüberholen erlaubt?

Grundsätzlich gilt in Deutschland auf allen Straßen und Autobahnen das Linksuberholungs-Gebot. Das Rechtsüberholen ist eine schwere Ordnungswidrigkeit – es sei denn, es liegt eine dieser gesetzlichen Ausnahmen vor:
  • Die Stau-Regel auf der Autobahn:
    Wenn der Verkehr auf der linken Spur stockt oder steht, darfst du rechts mit niedriger Geschwindigkeit vorsichtig vorbeiziehen. Das Gesetz setzt hier enge Grenzen:
    • Die Fahrzeuge links von dir dürfen sich maximal mit 60 km/h bewegen.
    • Du darfst rechts mit einer Geschwindigkeitsdifferenz von maximal 20 km/h schneller fahren (fährst also maximal 80 km/h).

  • Innerorts bei freier Fahrstreifenwahl:
    Wie im Sektions-Kapitel gelernt, dürfen Pkw bis 3,5 Tonnen innerorts ihre Spur frei wählen und rechts schneller an anderen vorbeifahren.
  • Linksabbieger:
    Fahrzeuge, die sich deutlich zur Mitte eingeordnet haben und links abbiegen wollen (und den Blinker links gesetzt haben), müssen rechts überholt werden.

Die psychologischen Killer-Fehler im Check

Schwere Unfälle beim Überholen entstehen fast immer durch menschliche Fehleinschätzungen im Cockpit. Dein Gehirn neigt bei Stress oder Zeitdruck zu drei fatalen optischen Täuschungen:
  • Du schätzt den benötigten Überholweg viel zu kurz ein.
  • Du schätzt die Entfernung des Gegenverkehrs viel zu groß ein (das entgegenkommende Auto ist viel näher, als du denkst!).
  • Du schätzt die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs viel zu gering ein (durch die Frontalansicht wirkt ein entgegenkommendes Fahrzeug optisch langsamer, als es real fährt!).

Im Zweifel nie!

💡 Fazit:
Überholen ist ein hochkomplexes Manöver, das durch optische Täuschungen enorme Risiken birgt. Wer sich merkt, dass man mindestens 20 km/h schneller sein muss als der Vordermann, beim Vorbeifahren zu Zweirädern bis zu 2 Meter Seitenabstand hält und erst wieder einscheert, wenn das überholte Auto vollständig im Innenspiegel zu sehen ist, schützt sich vor Unfällen. Im Zweifel gilt immer: Fuß vom Gas und sicher dahinterbleiben.